Den Krieg nicht mehr lernen

Variationen zu den 6 Themen der Schorndorfer Erklärung

Reflexion

Der letzte Satz der „Schorndorfer Erklärung“ klingt anmaßend und ist es vielleicht auch: „Wir bitten „Alle Christinnen und Christen“ sich diesen „Stimmen aus Schorndorf“ anzuschließen, entsprechend auf ihre Regierungen einzuwirken und das Programm des Ökumenischen Rates der Kirchen zur Mobilisierung des Friedens zu unterstützen.“

Wir sind uns bewusst, dass es tausend und abertausend Wege an allen Orten der Welt gibt, die Kirchen für den Frieden zu mobilisieren. Die vielen Texte und Dokumente, die eindrucksvollen Beispiele, was andere schon getan haben,  was „man“ tun könnte und tun sollte, können uns auch verwirren und entmutigen. Wir haben nicht resigniert.  Wir haben das große Ziel ins Auge gefasst, das Militärwesen zu überwinden. Nicht nur Christinnen und Christen, alle Menschen in der Welt können dazu einen noch so bescheidenen Beitrag leisten, wenn sie die Forderung Den Krieg nicht mehr lernen“ unterstützen und weiter tragen.  Unser Ziel für das Jahr 2011 ist, dass diese Forderung  dann so bekannt geworden ist, dass sie in der geplanten Friedenskonvokation ihren deutlichen Niederschlag findet. 

Kennzeichnend für die „Schorndorfer Erklärung“ ist ihre Begründung aus dem christlichen Glauben. Und der christliche Glaube hat sich zu allen Zeiten auf die Worte der Bibel - des Alten und des Neuen Testaments - gestützt. Wir brauchen aber eine grundsätzliche Überlegung, wie wir mit der Fülle oft einander widersprechender biblischer Texte umgehen sollen.

Wir wissen um die Vorläufigkeit aller menschlichen Gedanken und erheben für die hier vorgetragenen theologischen Überzeugungen nicht den Anspruch auf „absolute Wahrheit“. Aber wir wünschen uns, dass Kirchengemeinden und andere Gruppen die Forderung nach der Überwindung des Militärwesens nicht nur unter „rein politisch/weltlichenGesichtspunkten “ diskutieren, sondern „Gottes Wort in Menschenworten“, vor allem aber in dem Menschen Jesus aus Nazarethhören und bedenken. Dazu gehört auchdie alttestamentliche Vision ausJesaja 4/4Micha 4/3: „Die Völker werden hinfort nicht mehr lernen,Krieg zu führen“ (Lutherübersetzung). Sie steht im Mittelpunkt der „Schorndorfer Erklärung“ .

 

Wir müssen wagen,

  • Bibeltexte durch unser Tun in der Nachfolge Jesu auszulegen
  • die Vision „Den Krieg nicht mehr lernen“ mit konkreten Schritten zu verbinden
  • den Dialog auch mit anders Denkenden und den Angehörigen anderer Religionen zu führen

 Zur Theologischen Reflexion bieten wir folgende Texte an:

  • Eine Predigt von Pfarrer i R. Frieder Eberhardt über Micha 4,1-5   mehr...  
  •  das WORT zum Tag in SWR2 von Dr. Gotthard Fuchs, Wiesbaden, Katholische Kirche zur Deutung der Kreuzigung Jesu   mehr...
  • Dr. Armin Münch zum Problem bzw. Vorwurf des „Absolutheitsanspruchs“ des christlichen Glaubens am Beispiel von Johannes 14,6: Christus spricht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“   mehr...
  • Aus einem Kommentar von Werner Dierlamm zum Thema „Konzentration im Pfarrdienst“ (Thema der Kirchlich-Theologischen Arbeitsgemeinschaft in Plüderhausen am 31. Januar 2008.)   mehr...